Fotografieren im Schnee - Wie geht das?

Ich sitze gerade in meinem schnuckelig warmen Büro, während es draußen bei 6° regnet. Es ist Herbst, der Winter steht vor der Tür und vor wenigen Tagen ist bereits der erste Schnee gefallen.

Artikel: Bilder Fotografieren im Schnee, Kamera & Kameras, Bild für Bild
Winter und Sonne im Bild umsetzen

Und während ich in Gedanken versunken über ein Thema für den Blog nachdachte, kamen mir unsere früheren Fotokurse in den Sinn. Genauer gesagt, eine ewig wiederkehrende Frage einiger Kurs-Teilnehmer: „Sag mal, Frank. Wie fotografiert man eigentlich im Schnee?”

Autsch! Wie sollte ich das jetzt in wenigen Worten erkläre? Im Grunde ist das fotografieren im Schnee nicht schwierig, aber der Hinweis auf eine Belichtungskorrektur hilft jemanden der (noch) nicht weiß, was eine Belichtungskorrektur ist, nicht wirklich weiter. Aber der Reihe nach - ich hatte ein neues Thema für den Blog: Fotografieren im Schnee, und da geht es auch um die Belichtungskorrektur :)

Aber nicht nur, es geht auch um Grau und Blau, darum wie man an bessere Bilder im Schnee kommt und was man dafür am besten tun sollte. Und nein, es geht nicht um das Motiv oder die Motivfindung.

Fotografieren im Schnee und der Blaustich in vielen Schnee-Fotos

Artikel: Bilder Fotografieren im Schnee, Kamera & Kameras, Bild für Bild
Blauer Schnee bei solchen Aufnahmen im Winter lassen sich nicht immer vermeiden

Tja, dieser Blaustich ist im Grunde kein Blaustich, also kein Problem mit dem Weißabgleich. Schnee ist farblos! Bei Schnee handelt es sich um Eiskristalle, und damit sozusagen kristallklar.

Und wieso ist Schnee jetzt Weiß? Einfach ausgedrückt (bin ja kein Professor, für mehr Hintergrundinformationen einfach mal die Fachliteratur in Netz befragen, z.B. Wikipedia.de), das Licht wird zwischen den Eiskristallen reflektiert und gestreut. Schnee erscheint daher weiß, eine Sache der Reflexion von Licht und Lichtstreuung. Und so erscheint der Schnee auf einem Bild eben oftmals weiß.

Weiß ist aber nicht Blau! Der Blaustich im Schnee entsteht gerne bei wolkenlosem Himmel. Das blaue im Schnee ist der reflektierende blaue Himmel! Ist der Himmel wolkenverhangen, dann ist der Schnee anstatt Blau einfach Grau.

Der Versuch, diesen Blaustich per Bildbearbeitung zu korrigieren, schlägt häufig fehl. Der Weißabgleich oder die Tonwert- oder Farbkorrektur führt zu anderen, eher unschönen Ergebnissen. Du kannst den Blaustich mildern, indem Du die Perspektive wechselst. Etwas zur Seite, die Höhe ändern, irgendwie für einen anderen Lichteinfall- und Ausfallwinkel sorgen. Oder aber, und das wäre mein Tipp: Einfach mit dem Blau leben! Für uns ist Schnee eben Weiß UND Blau, auch auf einem Bild oder deinen Aufnahmen :)

Die Belichtungskorrektur

Artikel: Kamera & Kamera, Motiv im Winter

Ein richtiges Problem beim fotografieren im Schnee kann die Belichtungskorrektur sein. Erfahrungsgemäß funktioniert die Belichtungsmessung durch die Kamera in einer Schneelandschaft bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel sehr gut. Aber bei trüben Wetter sieht es oftmals ganz anders aus. Hier werden die Fotos gerne mal unterbelichtet, mit dem Ergebnis, das der Schnee durchgehend Grau dargestellt wird. Hier hilft eine Belichtungskorrektur von bis zu plus einer Blende oder plus einem EV. Einen Standardwert hierfür gibt es nicht, möglicherweise musst Du bei einer bestimmten Lichtsituation auch bis zu zwei Blenden korrigieren?!

Nein, am besten ist es wohl bei der Belichtungskorrektur nicht von Blenden zu sprechen, sondern von EV (Exposure Value). Denn zur Belichtungskorrektur kann ich natürlich auch die Belichtungszeit verändern, wenn mir beispielsweise eine bestimme Blende für die  Bildgestaltung wichtig ist ( Thema Schärfentiefe). Und neben der Blende oder der Belichtungszeit kann man natürlich auch die ISO zur Belichtungskorrektur einsetzen. Wenn auch nicht immer per Kamera, aber durchaus manuell! Es hängt nicht zuletzt vom Motiv ab oder davon, welche Art Bilder entstehen sollen, welchen der drei Belichtungsparameter man zur Belichtungskorrektur einsetzt.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Sensor bei trüber Wetterlage häufig sehr Kontrastarm aufzeichnet. Wer im JPG-Format fotografiert, der kann hier die Einstellung für den Kontrast in der Kamera erhöhen. Grundsätzlich rate ich aber dazu, im RAW-Format zu fotografieren. Hier hast Du die meisten und effektivsten Möglichkeiten, später per Bildbearbeitung noch Korrekturen vorzunehmen.

Und so ganz grundsätzlich gilt bei Fotos im Schnee das, was Outdoor eigentlich immer gilt. Vermeide die Mittagssonne. Im Zeitraum von bis zu zwei Stunden vor und nach dem Höchststand der Sonne macht es kaum Sinn zu fotografieren. Das Licht früher oder später am Tag ist einfach schöner. Und, naja, weil ich so ein Besserwessi bin, habe ich die drei Beispielfotos natürlich direkt gegen Mittag fotografiert. Es hat sich einfach so ergeben :)

Was sonst noch geht...

Fotografieren im Schnee bedeutet auch Kälte! Ähm, ja, die Sache mit der Kälte. Die armen Akkus, die frieren immer so im Winter. Und entleeren sich so ganz schnell. Okay, Akkus leiden unter extrem niedrigen Temperaturen. Aber, ich habe schon des öfteren bei Temperaturen um oder knapp unter dem Gefrierpunkt draußen fotografieren müssen. Dabei habe ich es aber noch nicht erlebt, dass sich die Akkus bereits nach einer Stunde verabschiedet hätten. Und Ersatzakkus hat man doch immer dabei, oder? Kritisch wird es, wenn die Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt liegen, dann sollte der ein oder andere Akku extra eingepackt (und warm aufbewahrt) werden.

Blöd ist es auch, wenn ihr die Kamera und die Objektive starken Temperaturschwankungen aussetzt. Sie entwickeln dann die Angewohnheit zu beschlagen. Es setzt sich Feuchtigkeit ab. Die ist im Grunde nicht weiter schlimm, die Kameras und Objektive sollten das aushalten können. Blöd ist nur, wenn eine feuchte Kamera zurück in die Eiseskälte gezerrt wird. Hier könnte das ein oder andere bewegliche Teil schon mal einfrieren. Bei mir hat es noch immer gereicht, wenn ich in solchen Situationen die Ausrüstung in die dafür vorgesehenen Fototaschen verstaut habe. Kein Beschlagen, kein späteres festfrieren, Kamera und Objektive funktionieren :)

Fotografieren im Schnee

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