Früchte fotografieren - das muss nicht langweilig sein bzw. es müssen keine langweiligen Fotos dabei herum kommen!

„berry mix”
„berry mix” | some berries by Frank Eckgold

Ganz im Gegenteil, mit etwas Mühe und reichlich Phantasie können richtig spannende Fotos dabei entstehen.

Eine ganze Zeit lang habe ich mich nicht wirklich intensiv, aber regelmäßig mit der Food-Fotografie beschäftigt. Diese Art der Fotografie oder vielmehr die Fotos gehörten ganz einfach zu meinem Job als Fotograf dazu. Und kürzlich habe ich eine Gelegenheit dazu genutzt die Kamera zu beschäftigen, einen kleinen Mix aus Beeren zu arrangieren und habe mich mal wieder mit dem Bereich Food auseinander gesetzt. Mein Foto „berry mix” ist eines aus einer kleinen Serie, die im Studio entstand.

Food - also Lebensmittel - kann man in unendlich vielen Variationen fotografieren. Das Arrangement der Lebensmittel und das Lichtsetup sind oftmals zweckgebunden. Es kommt eben immer darauf an, wie ein Bild später verwendet wird. Wird beispielsweise ein Mix aus Beeren für einen Supermarkt-Prospekt benötigt, dann ist die Ausleuchtung eher hell und großzügig gehalten. Und oftmals werden die Lebensmittel isoliert fotografiert. Also auf und vor einem neutralen Hintergrund. Aber solange man nicht auf eine spätere Verwendung festgenagelt wird. kann man seiner Phantasie beim Set und dem Lichtsetup freien Lauf lassen und dann entstehen manchmal richtig spannende Bilder.

Und jetzt gebe ich euch einen kleinen Einblick in meine Vorgehensweise um die kleinen Beeren (oder auch anderes Obst) in ein attraktives Arrangement zu rücken!

Das Set für die Früchte

Zunächst einmal ein Blick auf das Set. Für die Auflage und den Hintergrund habe ich Holzscheite verwendet. Mein Buddy Wolfgang stapelt das Holz in rauhen Mengen und ich habe es mir erlaubt drei Scheite auszuleihen. Die Beeren habe ich im Supermarkt bekommen und ich hatte Glück. Sie waren noch relativ Fest und ich konnte gut mit ihnen Arbeiten. Oftmals bekommt man eher schlechte Qualität, die Beeren sind matschig und verlieren Flüssigkeit. Mit solchen Früchten macht es nicht wirklich Spaß ein Set zu arrangieren,

Beim betrachten der Bilder ist mir aufgefallen das es vielleicht Sinn gemacht hätte die Beeren mit etwas Wasser zu benetzen. Aus einem Zerstäuber, dass hätte noch etwas mehr Glanz gebracht. Wasser ist bei Obst bzw. Früchten im allgemeinen ganz gut und ein Zerstäuber ist immer die richtige Wahl das Wasser auf das Obst zu bringen. Der feine Nebel verteilt und legt sich so am besten auf das Obst.

Früchte fotografieren - Das Set
Früchte fotografieren - Das Set

Im Bild ist auch ein Belichtungsmesser zu sehen, Natürlich überlasse ich auch in der Food-Fotografie bei der Lichtsetzung nichts dem Zufall. Beide Lichtquellen wurden eingemessen, so dass ich belichtungstechnisch auf der sicheren Seite war.

Tipp: In der Fotoschule gibt es reichlich Lesestoff zum Thema Lichtsetzung, Belichtungsmessung und vieles mehr!

Fotografiert habe ich das ganze mit einem 90mm Makro-Objektiv an einer Kamera mit Fullframe. Ich wollte relativ nah ran an die Früchte und auch ein schönes Spiel mit der Schärfentiefe erreichen, ohne dabei gleich mit einer weit geöffneten Blende arbeiten zu müssen. Letztendlich hatte ich mich für eine Blende f10 entschieden. ISO100 und eine 1/125sec im Studio waren obligatorisch.

Vielleicht noch ein Wort zur Blende. Ich kenne die Diskussionen zur Genüge, die sich in diversen Foren um die Blende drehen. Genauer gesagt um eine möglichst offene Blende. Aber das Spiel mit der Schärfentiefe klappt auch ohne eine weit geöffnete Blende! Sieh dir dazu auch gerne mal meinen kleinen Taschenrechner zur Schärfentiefe an! Immer beachten: Auch in der Food-Fotografie gibt es nicht DIE richtige Blende, genauso wenig wie DIE richtige Kamera! Ist eben immer alles Zweck- und Ergebnisgebunden.

Das Lichtsetup

Und hier das Lichtsetup, etwas vereinfacht dargestellt:

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Früchte fotografieren - Das Lichtsetup

Tja, die Software ( set.a.light 3D V2.0), mit der ich das Lichtsetup nachgestellt habe, stellte mir weder Holzscheite noch Beeren zur Verfügung. Aber eine Topfpflanze! Ach was, vergessen wir die Requisiten, das Lichtsetup ist doch wesentlich interessanter.

Verwendet habe ich ein klassisches Zangenlicht das ich diagonal eingerichtet habe. Im Vordergrund kam ein Akzenttube als Lichtformer zum Einsatz, im Hintergrund ein Standard-Reflektor (18cm). Ich habe beide Lichtformer mit einer Wabe ausgestattet, um ein gerichtetes Licht zu erhalten. Zuviel Streulicht hätte die Lichtatmosphäre zerstört.

Beide Blitzgeräte standen nur etwas höher als die Beeren, der flache Winkel war notwendig um spannende Kontraste zu erzeugen. Hier muss einfach etwas probiert werden um eine schöne Lichtstimmung zu erreichen. Das Zauberwort für das vordere Blitzlicht ist „Streiflicht”.

Natürlich ist dieses Lichtsetup nur eines von unendlich vielen Varianten. Aber vielleicht ein guter Einstieg für dich?!

Spaß haben beim Früchte fotografieren!

Abschließend musste dann nur noch fotografiert werden. Perspektiven finden, die Lichtstimmung ausnutzen und einfach Spaß haben. Hier darf auch gerne mal ein sehr enger Bildausschnitt gewählt werden. Eine flache oder sehr hohe Perspektive. Einfach mal ausprobieren und testen wie es am besten gefällt! Gerne auch mal die Kamera drehen und nicht ständig die Wasserwaage im Auge behalten.

Viel Erfolg :)

 

Früchte fotografieren – Beeren ins rechte Licht gerückt

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