Wie geht HighKey?

Wie geht HighKey? HighKey-Fotografie im Studio geht mit mehr oder weniger Licht, aber vor allem mit nur wenigen Kontrasten!

Eine Erfahrung aus unseren zahlreichen Workshops zur Studio-Fotografie ist die, dass die typische HighKey-Fotografie nicht jedermanns Sache ist. Viele tun sich schwer mit der Thematik, sei es die Ausleuchtung oder aber die Motivfindung. Dabei ist die HighKey-Fotografie absolut nicht uninteressant.

Beachte, dass sich das Tutorial mit der HighKey-Fotografie im Studio befasst!

Wie geht HighKey?
Foto: Frank Eckgold | Model: Anna Z. | Wie geht HighKey
Foto: Frank Eckgold | Model: Anna Z. | Beispiel für ein HighKey-Porträt

Eine oft gestellte Frage – Ist HighKey das Gegenteil von LowKey? Prinzipiell ja, allerdings wird die HighKey-Technik nicht dazu genutzt, bestimmte Bereiche im Foto besonders hervorzuheben, wie es in der LowKey-Fotografie der Fall ist. Vielmehr geht es bei HighKey darum, für helle Farbtöne oder Bereiche und vor allem für niedrige Kontraste zu sorgen.

Damit fällt es schwer, in der HighKey-Fotografie eine entsprechende Plastizität des Motivs zu erreichen. Möglich ist dies zwar, aber es erfordert vom Fotografen einiges an Erfahrung. In der HighKey-Fotografie kommt es also darauf an, das Foto in einer möglichst hellen Umgebung aufzunehmen. Der Hintergrund sollte eine ähnliche Helligkeit in den Farben haben, wie das Motiv im Vordergrund.

 

Weiße, beziehungsweise helle Hintergründe sind also ein Muss? Grundsätzlich ja, aber ein Hintergrund in einem mittleren Grauton würde beispielsweise auch ausreichen. Hier ist es machbar, den möglicherweise zu dunklen Hintergrund durch entsprechende Hintergrundlichter stark aufzuhellen beziehungsweise den Hintergrund zu überbelichten und damit helle, an das Motiv angeglichene Bereiche zu schaffen.

Foto: Frank Eckgold | Model: TotalBlue | Wie geht HighKey?
Foto: Frank Eckgold | Model: TotalBlue

Niedrige Kontraste – das bedeutet auch, dass möglichst wenige Schatten erzeugt werden sollten. Schlagschatten müssen auf jeden Fall vermieden werden. Lassen sich Schatten nicht vermeiden, oder gehören diese zur Bildidee, sollten sie möglichst Kontrastarm gestaltet werden.

Bei der Wahl der Lichtformer hast Du die freie Auswahl, Du solltest Dich lediglich durchgehend für solche Lichtformer entscheiden, die entweder ein weiches Licht produzieren oder aber ein hartes Licht. Vermeide es, weiches und hartes Licht zu mischen. In der Porträt-Fotografie arbeitet man vorzugsweise mit weichem Licht, damit Hautunreinheiten, Muttermale oder Ähnliches vom Licht nicht zusätzlich betont werden. Durch eine bewusste Überbelichtung verschwinden diese Bilddetails weitestgehend. Für welches Licht Du dich letztendlich entscheiden solltest, weich oder hart, hängt nicht zuletzt von Deiner Bildidee und Deinem persönlichen Geschmack ab. Gerade in der Porträt-Fotografie können beide Varianten für interessante Bilder sorgen. Da Schatten weitestgehend vermieden werden sollten, bieten sich vor allem Lichtformer an, die ein großflächiges Licht abgeben, bevorzugen solltest Du Octoboxen oder beispielsweise einen Beauty Dish.

Bei der HighKey-Technik dreht es sich im Grunde um eine bewusste Überbelichtung der Fotos, die durchaus bis zu zwei Blenden betragen kann. Der Grad der Überbelichtung ist abhängig von der Bildidee und vor allem vom Dynamikumfang des verwendeten Bildsensors in der Kamera. Überbelichtung bedeutet nicht zwangsläufig, dass große Flächen am Motiv vollkommen weiß sind. Vielmehr sollten die hellen Bereiche ein sehr helles Grau oder eine sehr helle Farbe aufweisen. Daher ergibt eine Überbelichtung nur dann Sinn, wenn der Bildsensor in der Lage ist, in den sehr hellen Bereichen noch etwas Zeichnung zu erhalten.

 

Zur Überbelichtung gibt es eine interessante Alternative – die Nachbearbeitung der Fotos am Computer. Dies ist einerseits interessant, da Du nicht Gefahr läufst, die Aufnahmen durch die Überbelichtung unbrauchbar zu machen, andererseits sind die jeweiligen Abstufungen der Grau oder Farbtöne exakter zu erreichen. Ich tendiere fast immer dazu, ein geplantes HighKey-Motiv im Studio korrekt zu belichten und den HighKey-Effekt später in Photoshop entstehen zu lassen. Auf diese Weise habe ich die Kontrolle über ausreichend Zeichnung in verschiedenen Bildbereichen.

Du hast nun einiges über die HighKey-Technik erfahren. Was bleibt, ist die Gretchenfrage: Ist beispielsweise ein HighKey-Porträt noch ein solches,  wenn die porträtierte Person schwarze oder sehr dunkle Haare hat? Laut Definition weist ein HighKey-Bild nur niedrige Kontraste auf. Eine sehr helle Haut im Kontrast zu schwarzen Haaren ist allerdings kein niedriger Kontrast! Was nun? Ich halte es wie Goethes Faust: auch ich kann diese Frage nicht abschließend beantworten. Aber lass Dich nicht davon abhalten, auch Personen mit dunklen Haaren in HighKey zu fotografieren 🙂

Das Buch zum Thema
Der Low- & HighKey-Fotografie habe ich einen eigenen Band in der eBook-Reihe der kleinen Foto-Ratgeber spendiert: Low- und HighKey in der Akt-Fotografie. Hier findest Du detailliertere Informationen zum Lichtaufbau, zur Arbeitsweise mit dem Model und einiges mehr!

Low- und HighKey in der Akt-Fotografie


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Dieser Beitrag wurde von Frank Eckgold geschrieben

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Die männlichen Hormone von eckgold's fotoecke - groß, nicht schlank und hat manchmal ein loses Mundwerk. Wenn er nicht am bloggen ist, schreibt er Bücher.

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