Wie geht LowKey?  Im Grunde sehr einfach, es ist alles nur eine Sache des Lichts… beziehungsweise des wenigen Lichts 🙂

dark lights
Foto: Frank Eckgold | Model: Fabienne S.

Wenn man sich die Diskussionen im Internet zum Thema LowKey-Fotografie ansieht, dann erkennt man sehr schnell, dass die Definitionen teils sehr weit auseinander driften.

Meine Definition steht schon seit langem fest, ein LowKey-Foto muss dunkel sein. So wie es das Beispiel Dark Lights mit Fabienne zeigt. Bei solch einem Motiv steht ganz klar der Körper im Vordergrund, der durch das wenige Licht modelliert wird. Ob das Gesicht nun im Schatten liegt oder nicht, ist irrelevant. Es geht bei dieser Bildidee nicht um das Gesicht, sondern um den Körper als solchen. Wenn ich diese Pose fotografieren möchte und Wert darauf lege, dass das Gesicht erkennbar ist, dann muss ich auf das LowKey verzichten und für ein anderes Licht sorgen!

Wie geht LowKey?

Lichtaufbau 1 zu »Wie geht LowKey«
Lichtaufbau 1 zu »Wie geht LowKey«

Ausgeleuchtet werden meine LowKey’s mit Striplights, die vorzugsweise mit Waben, einem Innendiffusor und einem Innenreflektor ausgestattet sind. Das sorgt für ein warmes und weiches Licht, dass nicht allzu sehr streut.

Gerade bei LowKey-Fotos überlasse ich nichts dem Zufall. Beide Lichter werden exakt eingemessen.

Bei dem Beispiel mit Fabienne kommt das Haupt- beziehungsweise Führungslicht von rechts. Also wird das rechte Striplight auf die Arbeitsblende eingemessen, in meinem Fall war die Kamera auf eine Blende f10 bei einer 1/125 sec und ISO 100 eingestellt. Meine Wahl der Blende hatte ausschließlich etwas mit der Schärfentiefe zu tun.

Das linke Striplight hatte weniger Lichtleistung, dass ist auf dem Foto klar erkennbar. Hier habe ich das Licht um eine Blende reduziert, also auf eine Blende f7.3.

 

Wenn Du im Studio ausschließlich mit Blitzlicht arbeitest, dann macht es auch bei LowKey keinen Unterschied in der Belichtung, ob Du Deine Fotos mit einer Blende f2.8 machst, oder mit einer Blende f22! Du musst natürlich die Lichtleistung der Blitzgeräte entsprechend regeln. Die Wahl der Blende nimmt hier nur Einfluss auf die Schärfentiefe.

 

Durch die unterschiedlichen Lichtstärken hatte ich den Fokus auf den Kopf, Schulter und Brust gelegt, und nicht auf den Rücken.

Lichtaufbau 2 zu »Wie geht LowKey«
Lichtaufbau 2 zu »Wie geht LowKey«

Im Anschluss werden beide Striplights nach vorne zur Kameraposition hin gedreht. Und zwar so weit, dass das Model nur noch etwas Rest- oder Streiflicht abbekommt.

Wichtig sind dabei zwei Dinge:

1. Man sollte mit einer möglichst langen Brennweite arbeiten. Eine Geli auf dem Objektiv ist sehr wahrscheinlich notwendig, damit keine Flares entstehen, denn die Striplights blitzen jetzt beinahe direkt in die Kamera!

2. Die Striplights sollten möglichst weit hinter dem Model stehen, damit das Licht aus einem möglichst steilen Winkel auf das Model fällt und somit der Effekt eine Silhouette entsteht, und damit ausreichend Schatten entstehen können!

Bei Dark Lights habe ich Fabienne recht nah an den vorderen Rand des Sets positioniert, damit ich etwa drei Meter Abstand zwischen ihr und den Striplights bekam und der Winkel steil genug war.

Das Buch zum Thema

Der Low- & HighKey-Fotografie habe ich einen eigenen Band in der eBook-Reihe der kleinen Foto-Ratgeber spendiert: Low- und HighKey in der Akt-Fotografie. Hier findest Du detailliertere Informationen zum Lichtaufbau, zur Arbeitsweise mit dem Model und einiges mehr!
Low- und HighKey in der Akt-Fotografie

Wie geht LowKey?

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