-Das Vertragsverhältnis zwischen und Auftraggeber/Verwerter-

Anlässlich einer hitzig geführten Diskussion auf einer Foto-Online-Plattform über die Frage, wann, wo, mit welchem Inhalt und wie ein Fotografenvertrag zustande gekommen ist, will ich hier einmal die wesentlichen Bestandteile des Vertragsbeziehung zwischen Fotograf und Verwerter/Auftraggeber skizzieren.

Zunächst ist zu betonen, dass abseits des speziellen Fotorechts -also z.B. des Urheber- und Presserechts, die vertragliche Beziehung zwischen dem Fotografen und seinem Auftraggeber oder Verwerter rein nach dem zivilrechtlichen Normen des BGB zu bewerten ist. Dort sind alle Vorausetzungen niedergelegt, die erfüllt sein müssen, damit man überhaupt von einem Vertragsverhältnis sprechen kann.

Weiter ist im BGB kodifiziert, soweit vertraglich nicht etwas anderes vereinbart ist, die Rechtsfolgen bei sogenannten Leistungstörungen wie z.B. Nichterfüllung, verspätete Erfüllung, Schlechterfüllung, Schadenersatz ect.

Oft wird missverstanden und angenommen, dass wenn kein schriftlicher Vertrag vorliegt, ein Vertragsverhältnis nicht bestünde.

Zu betonen ist deshalb, dass es zur Wirksamkeit bzw. zur Entstehung eines Vertragsverhältnisses nicht darauf ankommt, dass ein Vertragsformular in Schriftform von beiden Vertragsparteien unterzeichnet vorliegt. Schön wäre es schon, denn im Streitfall kann ein schriftlicher Vertrag beweisen, was tatsächlich Vertragsinhalt geworden ist, was von beiden Vertragsparteien dazu erklärt ist.

Auch hat die Schriftform natürlich die Bewandtnis für jede Partei selber, sich daran zu erinnern, welche Pflichten und welche Rechte sie in dieser Vertragsbeziehung hat.

Man sagt, die Schriftform, hat Beweis-, Warn- und Hinweisfunktion.

Dies vorausgeschickt ist festzuhalten, dass ein Vertrag zwischen Fotograf und seinem Auftraggeber oder Verwerter auch mündlich, per Telefax, per E-Mail oder aber durch schlichte sogenanntes konkludentes Handeln und nicht nur durch Schriftform zustande kommt. Das sogenannte „konkludente Handeln“ drückt aus, dass ein Vertrag auch dann zustande kommt, wie z.B. im Bereich des Workshops in einer Fotoschule, dass z.B. ein Fotograf vorbei kommt zu Beginn eines Workshops, das ausgelobte Geld auf dem Tresen legt, und seine Ausrüstung auspackt und an dem Workshop ohne weiteres teilnimmt. Der Workshop-Leiter gibt durch die Entgegennahme des Geldes und durch das „Mitarbeitenlassen“ des Kunden durch schlüssiges Verhalten zu verstehen, dass er einverstanden ist. Durch das schlüssige oder auch konkludente Verhalten beider Parteien ist ein Vertrag zustande gekommen.

So kann ein Fotograf grundsätzlich auch durch das schlüssige Verhalten mit anderen Personen, Sachen und auch Tiere sind hier leider ausgeschlossen, in die Lage versetzt werden, einen Vertrag mit dieser Person zu begründen, ein Auftragsverhältnis begründet zu haben.

Da es also für die Entstehung eines Vertrages grundsätzlich nicht auf die Schriftform ankommt, soll im weiteren jedoch für deren Einhaltung geworben, und die maßgeblichen Regelungsgegenstände derselben besprochen werden.

Der Jurist spricht in diesem Zusammenhang davon, dass die sogenannten „essentialia negotii“ vorliegen müssen, damit man überhaupt von einen Vertrag sprechen kann. Diese „wesentlichen Vertragsbestandteile“ liegen dann vor, wenn zwischen den Vertragsparteien klar ist, wer darin welche Rolle spielt (Käufer/Verkäufer), welcher Vertragstyp vorliegt (Kaufvertrag/Dienstvertrag/Werkvertrag), und wer was tun muss (kaufen/verkaufen, fotografieren,Dienste anbieten, ein Werk herstellen/ Werklohn zahlen).

Im Falle des Fotografen ist es so, dass die Rolle des Fotografen als Fotograf in einem Vertrag klar und eindeutig ist. Der Auftraggeber oder Besteller auf der anderen Seite wird in der Regel auch deutlich in seiner Rolle zu erkenn sein. Der weitere Inhalt ist aber durchaus regelungsbedürftig.

So sollte in einem schriftlichen (Fotografen-)Vertrag immer geregelt sein, wer was tun muss, wer von wem Geld bekommt, und wer, was und in welchem Umfang mit dem entstandenen Werk anstellen darf.

Bei einem Produktionsvertrag (ein bestimmtes Foto muss noch hergestellt werden) zwischen Fotograf und Auftraggeber/Verwerter, erhält der Fotograf den Auftrag, ein bestimmtes Objekt, ein bestimmtes Model, eine bestimmte Person oder bestimmte Sachen und Dinge abzulichten. Hier muss klar sein, von wem oder was Fotos zu machen sind, also von welchen Motiven, in welcher Anzahl, auf welchem Material und letztendlich auch bis wann diese Handlung durch den Fotografen durchzuführen ist.

Weiter muss klargestellt sein, dass zur Durchführung des gemeinsamen Projektes eventuelle Mitwirkungshandlungen des anderen Vertragsteils, des Auftraggebers und Bestellers, ebenfalls erfolgen müssen. Müssen von diesem z.B. Ausrüstungsmaterialien zur Verfügung gestellt werden, bestimmte Werkstoffe, bestimmte Objekte, bestimmte Kulissen, so ist festzulegen bis wann dies alles zu geschehen hat.

Der Fotografenvertrag

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